· Von Marie Lang
Terpene, Full-Spectrum und mein Blick auf Edibles in diesem Kontext
Terpene, Full-Spectrum und mein Blick auf Edibles
Kurz gesagt: Terpene sind für Geruch und Aroma wichtig und können die Wirkung mit beeinflussen. Bei Edibles gehen allerdings viele Terpene verloren. Deshalb nehmen viele Menschen – so wie ich – vor allem den typischen „Cannabisgeschmack“ wahr und legen den Fokus eher auf Wirkung und Dosierung. Full-Spectrum- oder Full-Plant-Edibles nutzen bewusst das ganze Pflanzenspektrum inklusive Terpenen. Das kann für Menschen sinnvoll sein, die genau diesen sogenannten Entourage-Effekt suchen.
Terpene sind die Duft- und Aromastoffe der Pflanze. Sie bestimmen, wie eine Sorte riecht und ein Stück weit auch, wie sie sich anfühlt. Beim Kochen und Backen sind viele Terpene hitzeempfindlich. Ein Teil verflüchtigt sich oder verändert sich. Am Ende bleibt oft ein eher grasiger Geschmack zurück, den ich als Patina beschreibe. Genau deshalb erlebe ich bei Edibles geschmacklich selten feine Unterschiede zwischen Sorten. Für mich stehen dann Textur, Süße und Aromenmaskierung im Vordergrund. Wenn mir die Aromatik keinen Mehrwert gibt, maskiere ich sie bewusst.
Die Wirkung von Edibles entsteht hauptsächlich über den Stoff, der in der Leber umgewandelt wird. Terpene spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Deshalb ist es für mich logisch, den Fokus auf saubere Dosierung und ein gutes Mundgefühl zu legen.
Full-Spectrum- oder Full-Plant-Edibles basieren auf Extrakten, die möglichst viele Bestandteile der Pflanze enthalten. Also nicht nur THC, sondern auch andere Cannabinoide und Terpene. Im Gegensatz dazu stehen Edibles mit eher „reinem“ THC. Diese wirken oft neutraler und weniger sortentypisch. Die Idee hinter Full-Spectrum ist, dass das Zusammenspiel aller Pflanzenstoffe eine rundere oder ausgeglichenere Wirkung ergeben kann.
Für manche Menschen macht Full-Spectrum absolut Sinn. Vor allem für diejenigen, die den Charakter einer bestimmten Sorte bewusst erleben möchten. Auch Personen, die reines THC als zu stark oder unruhig empfinden, berichten teilweise von einer ausgeglicheneren Wirkung durch das Zusammenspiel mehrerer Stoffe.
Für mich persönlich passen eher Edibles mit neutraleren Extrakten oder starken, klaren Aromen. Wenn ich ohnehin maskiere und nicht auf feine Duftnoten aus bin, brauche ich kein komplexes Pflanzenspektrum im Geschmack. Für Einsteiger:innen, die vor allem eine klar dosierbare und gut planbare Wirkung suchen, sind solche Varianten ebenfalls oft sinnvoller.
In meiner Küche liegt der Fokus auf Wirkung, Dosierung und einem stimmigen Geschmack ohne es jetzt mehr fancy Klingel lassen zu wollen, als es ist.